Herausgebende Stelle: IEC
IEC TR 60890
Erwärmungsnachweis durch Berechnung
IEC TR 60890 ist ein technischer Bericht, der ein Verfahren beschreibt, die Erwärmung in Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen rechnerisch statt durch Prüfung nachzuweisen. Die meisten Hersteller greifen zuerst danach, weil dafür kein akkreditiertes Labor nötig ist. Die Einschränkung liegt in den Grenzen des Verfahrens: IEC 61439-1 beschränkt den Rechenweg auf Kombinationen mit einem Bemessungsstrom bis 1600 A, wobei Betriebsmittel auf höchstens 80 Prozent ihrer Bemessung bei freier Luft reduziert werden, und die Rechnung trägt zusätzliche Sicherheitszuschläge, um die Näherung abzudecken. Ein Punkt wird regelmäßig falsch gemacht: Der Bemessungsgleichzeitigkeitsfaktor wird im Rechenweg nicht angewendet. Die Norm verlangt, die wirksamen Verlustleistungen aus dem Bemessungsstrom der Stromkreise zu berechnen; die Gleichzeitigkeit geht also nur über die Grenze ein, dass der gesamte Laststrom den Bemessungsstrom der Kombination nicht überschreiten darf. Im Prüfweg gelten Gleichzeitigkeitsfaktoren dagegen sehr wohl.
Technischer Hintergrund
Normen und Konformität
